Accessibility
WordPress barrierefrei: Checkliste für Theme, Formulare und Plugins
Eine barrierefreie WordPress-Website entsteht durch das Zusammenspiel von Theme, Plugins, Redaktion und Tests. Ein Plugin allein genügt nicht. Diese Checkliste hilft, einen Relaunch oder die Verbesserung im Bestand sinnvoll abzugrenzen.
1. Theme und Navigation mit Tastatur prüfen
Testen Sie Header, Untermenüs, Suche und Footer ohne Maus. Der Fokus muss sichtbar sein; geöffnete Menüs und Dialoge müssen sich schließen lassen. Ein Sprunglink zum Hauptinhalt spart wiederholte Navigation. Prüfen Sie auch mobile Menüs und überlagernde Cookie-Dialoge, nicht nur die Startseite.
2. Block-Editor und Überschriften sinnvoll nutzen
Verwenden Sie echte Überschriftenblöcke statt optisch vergrößerter Absätze. Die Reihenfolge sollte das Thema gliedern, nicht vom Schriftbild abhängen. Linktexte beschreiben ihr Ziel. Informative Bilder brauchen passende Alternativtexte; dekorative Bilder werden als solche behandelt. Eine Redaktionsvorlage macht diese Entscheidungen wiederholbar.
3. Formulare und Fehlermeldungen testen
Beschriftungen müssen dauerhaft sichtbar und technisch mit Feldern verbunden sein. Platzhalter ersetzen keine Labels. Pflichtangaben, Fehlermeldungen und erfolgreiche Übermittlung müssen verständlich wahrnehmbar sein. Prüfen Sie mit Tastatur und Screenreader auch ungültige Eingaben und den nächsten Schritt nach dem Absenden. CAPTCHAs und externe Formularangebote gehören in den Testumfang.
4. Plugins und WooCommerce nicht isoliert betrachten
Slider, Buchungstools, Sprachumschalter und Zahlungsdienste können neue Barrieren verursachen. Bei einem Shop wird der gesamte Kaufprozess geprüft: Produktauswahl, Varianten, Warenkorb, Anmeldung, Zahlung und Bestätigung. Eine zugängliche Produktseite macht einen unbedienbaren Checkout nicht wett. Dokumentieren Sie auch Einschränkungen eingebundener Drittanbieter.
5. Kontraste, Vergrößerung und Medien kontrollieren
Testen Sie Text und Bedienelemente auf ausreichenden Kontrast sowie Inhalte bei Vergrößerung und schmalem Bildschirm. Videos benötigen je nach Inhalt Untertitel und weitere Alternativen. Wichtige Downloads werden nicht vergessen: Stellen Sie zentrale Informationen möglichst zusätzlich als zugängliches HTML bereit und prüfen Sie erforderliche PDFs.
6. Automatische Prüfung durch manuelle Tests ergänzen
Werkzeuge wie axe oder WAVE liefern Hinweise, beurteilen aber nicht jede Bedienhürde. Eine repräsentative Stichprobe sollte alle relevanten Seitentypen und vollständigen Prozesse umfassen. Dokumentieren Sie Prüfstandard, Version, Fundstellen und Korrekturen. Nach Theme- oder Plugin-Updates werden die kritischen Abläufe erneut geprüft.
Was gilt für WordPress in Österreich?
Ob das BaFG greift, hängt vom angebotenen Produkt oder der Dienstleistung ab, nicht vom CMS. B2C-Shops und bestimmte Buchungsangebote können erfasst sein; Informationsseiten sind nicht automatisch betroffen. Einzelheiten und die strittige Kontaktformular-Frage finden Sie im Ratgeber zur barrierefreien Website in Österreich.
Audit oder Relaunch?
Wenn das Theme eine tragfähige Basis hat, können gezielte Korrekturen sinnvoll sein. Sind Navigation, Inhaltsmodell und zentrale Plugins grundlegend ungeeignet, sollte der Aufwand mit einem Relaunch verglichen werden. Zensations verbindet WordPress-Entwicklung, WCAG-Audit und accessible Design und Umsetzungsbegleitung. Zum Erstgespräch helfen Website-Adresse, wichtige Prozesse und vorhandene Prüfberichte.
Quellen
Allgemeine Orientierung, keine individuelle Rechtsberatung.



