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Websiteproduktion vs. Online Marketing

Als Projektmanager werde ich oft mit der Tatsache konfrontiert, dass Kunden nicht genau wissen, was sie wirklich brauchen. Das äußert sich dann so, dass eine konkrete Leistung verlangt wird, ohne dass genau darüber nachgedacht wird, ob auch die Ziele des (Online-)Marketing-Mix, sofern dieser definiert ist, erreicht werden. Viele Unternehmen haben es jahrelang versäumt auf den rasenden Zug Internet aufzuspringen und jetzt, wo Web 2.0 in aller Munde ist, möchten alle eine "tolle Website, die alle Stückerl spielt".

Die Frage, die sich mir jetzt aber stellt ist: Was brauche ich wirklich, um die Botschaften optimal zu kommunizieren?
Der hypothetische Kunde X möchte jetzt also einen Biomilch-Blog haben. Die technische Umsetzung ist kein Problem. Eine Website ist schnell gemacht. Wichtig dabei ist ein professionelles Screendesign und eine saubere Programmierung. Jetzt fragt sich nur noch, ob der Biomilch-Blog in die Kommunikationsstrategie des Auftraggebers passt. Und leider tut es das oft nicht. Nun setzt die schwierige Aufgabe des Projektmanagers ein, herauszufinden, was der Auftraggeber wirklich braucht. Das sollte in enger Zusammenarbeit mit der "klassischen" Werbe- und/oder PR-Agentur erfolgen.

Die Konsumenten müssen dort abgeholt werden, wo sie sind. Vielleicht wäre eine gute Facebook-Fanpage besser geeignet, die eigentlichen Ziele des Auftraggebers zu erreichen, oder eine Microsite mit einem Gewinnspiel. Information und Spaß, verbunden mit Gewinnmöglichkeiten ist meistens eine gute Strategie, ein Produkt zu bewerben. In der Freizeitwirstschaft nennt man das "Emotionalisierung des Angebots". Die gleiche Regel gilt auch für Online Marketing.

Der Projektmanager muss den besten Weg finden, Interesse an den Produkten des Auftraggebers zu erwecken und manchmal ist die schlichte technische Umsetzung des Kundenwunsches nicht der beste Weg. Ein seriöser Online-Marketing-Verantwortlicher muss also immer versuchen einen Ausgleich zwischen dem technisch Machbaren und zugleich Sinnvollen finden. Nicht immer ist das Aufwendigste und das Teuerste auch am besten dazu geeignet, nachhaltigen Eindruck und wiederkehrendes Interesse bei den verwöhnten Usern zu hinterlassen.

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