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Semantic matters!

Zensations hatte vor kurzem die Ehre im Rahmen der Unternehmerwissen Seminarreihe einen Abend ganz dem Thema Texten für das Web zu widmen. Das Thema wurde sowohl von inhaltlicher als auch technischer Seite aufgearbeitet und da trockene Theorie bekanntlich zum Gähnen langweilig ist, haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen.

Texten für das Web

Im ersten Teil des Vortrages haben wir dem Publikum näher gebracht, worauf es bei der Erstellung von Online-Texten ankommt. Warum ist aktueller und hochqualitativer Inhalt wichtig, welche Wörter und Satzstellungen sind zu wählen oder zu vermeiden und warum sind animierte Regenbogenhintergründe nicht so toll wie sie sich anhören. Auf diese und einige andere Fragen gab Sabrina einem sehr interessierten Publikum Antworten.

Wozu Semantik?

In der zweiten Halbzeit durfte meine Wenigkeit erklären, warum die technische Seite der Semantik im Web auch nicht zu vernachlässigen ist. Wir sprachen darüber, welche Vorteile es auf Crawlability und Portierbarkeit von Inhalten hat, wenn man der Versuchung widersteht, Überschriften einfach als 48 Punkt fett zu notieren. Nackte Theorie prägt sich aber relativ selten gut ein und Dinge selbst auszuprobieren macht einfach mehr Spass.

Semantic mattters

Um die Prinzipien der Trennung zwischen Inhalt und Layout besser zu veranschaulichen, haben wir kurzerhand eine kleine Website erstellt, auf der unser Publikum anhand (bisher) vier mehr oder weniger fordernder Lektionen selbst ausprobieren durfte, was es bedeutet semantisch saubere Texte zu verfassen. Da wir unseren Kunden nun schon seit Jahren erfolgreich Markdown ans Herz legen, fiel die Wahl natürlich auch auf diese Werkzeug.

Screenshot von Semantic Matters!

Wie auf dem Screenshot ersichtlich, ist das Prinzip denkbar einfach. Auf der linken Seite findet sich ein Editor mit einem unstrukturierten und unformatieren Text. Rechts die Vorgabe, wie das ganze aussehen sollte. Unter "Befehle" werden die für die jeweilige Lektion benötigten Markdown Elemente kurz und prägnant erklärt. Hat man dementsprechend Änderungen durchgeführt, reicht ein Klick auf den Button "Prüfen", woraufhin der Text durch den Markdown - Converter geschickt und mit der Vorgabe verglichen wird. Nach einigen Versuchen hat man es meistens auch schon geschafft das richtige Ergebnis zu erstellen und das Tool führt weiter zur nächsten Lektion.

Um möglichst viel Lerneffekt in kurzer Zeit unterzubringen, sind die zu formatierenden Texte nicht Märchen oder Wettervorhersagen, sondern erklären gleichzeitig den Sinn und Zweck der einzelnen Elemente. Es zahlt sich also aus, die Inhalte wirklich zu lesen, und nicht einfach nur aus der Lösung zu kopieren.

Warum Markdown?

Aus den Gesprächen nach der Präsentation haben sich eine Fragen herauskristallisiert, auf die wir hier gesammelt Antwort geben wollen.

  1. Wollen Sie uns Markdown einreden? Nein. Ziel des Abends war es nicht, jedermann von Markdown zu überzeugen. Im Gegensatz zu WYSIWYG- Editoren wird der Inhalt aber völlig von der Darstellung getrennt und man ist gezwungen beim Verfassen der Texte semantisch zu denken. Und das sollte man zumindest einmal ausprobiert haben.
  2. Kann ich Markdown installieren? Für praktisch jedes CMS (zum Beispiel Drupal, Wordpress oder Typo3) existiert in irgendeiner Form ein Markdown Plugin. Das soll aber nicht heißen, dass man ein vorhandenes System unbedingt verändern sollte. Das Wissen, dass man in unserem Übungsprogramm erwirbt macht sich auch während der Arbeit mit anderen Editoren und Systemen bezahlt.
  3. Ich kann HTML, was soll ich damit? Selbst wenn man HTML perfekt beherrscht, ist man mit Markdown einfach deutlich schneller darin Texte zu verfassen. Und wie im ersten Teil des Vortrags erwähnt: Je mehr Inhalt, desto besser.

Ergänzungen

Markdown ist nicht das einzige System dieser Art.

  • BBCode kommt schon seit langem in Foren zum Einsatz und ist vielleicht so manchem ein Begriff. Die Syntax ist jedoch nicht bedeutend einfacher als die von HTML und Trennung von Inhalt und Layout ist nicht gegeben. Selbiges gilt für Wikitext.
  • Textile ist Teil des Content Management Systems Textpattern und kommt dem schon deutlich näher. Die Syntax ist aber nicht so einfach zu lernen und weniger gut lesbar als Markdown.
  • reStructuredText stand in vielerlei Hinsicht Pate für die Konzepte in Markdown, ist aber ein gutes Stück komplexer.

Wenn sich jemand dafür interessiert Markdown einzusetzen, es gibt einige empfehlenswerte Programme. Am Mac ist man mit iA Writer und Marked zu geradezu lächerlich geringen Preisen sehr gut bedient. Für längere Dokumente schwören viele auch auf Scrivener, ein Programm, dass den Schreibprozess im Allgemeinen revolutioniert und auch für Windows verfügbar ist. Dort ist MarkdownPad auch eine sehr populäre und frei verfügbare Option.
Wer ohnehin schon mit Texteditoren arbeitet wird für das Werkzeug seiner Wahl ziemlich sicher einen Plugin finden.

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