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HIV, Aids und Social Media

Der Lifeball 2010 ist schon wieder Geschichte und auch wenn das Wetter heuer leider nicht mitgespielt hat und die Modenschau vorzeitig abgebrochen werden musste, sind sicherlich wieder sehr viele Spendengelder geflossen, die den Vereinen und wohltätigen Organisationen in Österreich und weltweit wieder ein Jahr ihrer Arbeit ermöglichen.
Normalerweise würde das Thema HIV und AIDS wieder bis zum 1. Dezember, dem Weltaidstag, in den medialen Schubladen verschwinden. Dieses Jahr sollte es mit der medialen Aufmerksamkeit ein wenig anders werden.

Der Lifeball diente als Auftakt zur Weltaidskonferenz 2010, die diesmal gleich im Anschluss von 18. bis 23. Juli in Wien stattfindet. Wissenschaftler, Ärzte und Experten aus aller Welt treffen sich, um sich über neueste Entwicklungen und Forschritte bei der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit zu beraten. Im Vordergrund steht in erster Linie der Zugang von HIV-Infizierten zu medizinischer Versorgung.
Was mir und sicherlich auch vielen anderen im Vorfeld des Lifeballs aufgefallen ist, war die Präsenz des Themas auch in den Sozialen Netzwerken, vorrangig Facebook.

An keinem von uns ist höchstwahrscheinlich Philippe‘s Projekt vorüber gegangen.
Der couragierte junge Mann wollte ein Zeichen setzten und ist 757 km zu Fuß von Bregenz nach Wien gegangen, hat während seiner Reise „Aufklärung“ betrieben und Menschen getroffen, die ihn auf seiner Wanderung ein Stück des Weges begleitet haben. Unter ihnen auch Prominente, wie Gerry Keszler, Initiator und Chef des Lifeballs. Das Interessante dabei war, dass man jeden seiner Schritte auf Facebook verfolgen konnte. Ein großer Telefonanbieter - ein Hauptsponsor des Lifeballs - hat sein Projekt unterstützt und mit einer Facebook Page und Applikation konnten 60.500 Fans für ein kritisches Thema unserer Zeit gewonnen werden.

Aids Verbreitung ©UN

In vielen Köpfen werden als HIV-gefährdete Personengruppen (fast ausschließlich) immer noch Homosexuelle, Drogenabhängige und Prostituierte gesehen. Obwohl die höchsten Neuinfektionsraten aber schon seit Jahren Heterosexuelle aufweisen (Quelle), fühlt sich die breite Masse leider meistens nur am Rande vom Thema HIV und AIDS betroffen. Ich habe sogar den Eindruck, dass diese heutzutage oftmals auch zunehmend schlechter informiert ist als vor einigen Jahren, wo es für den HI-Virus und AIDS noch keine Heilungsmöglichkeiten gab und der Ausbruch der Krankheit ein sicheres Zeichen für einen baldigen Tod war. Aidshilfen stehen schon lange vor dem Problem, dass Ihre Aufklärungskampagnen Ihr Zielpublikum oft nur schlecht erreichen.

Philippe‘s Projekt hat gezeigt, dass durch eine kreative Idee auch ein unangenehmens Thema, bei dem trotz der Brisanz oftmals der persönliche Bezug fehlt, ein breites Publikum erreicht werden kann und das Thema Aids somit die Aufmerksamkeit erhält, die es eigentlich verdient. Der Lifeball hat mit seiner FB Fangpage über 7.000 Fans, die Gruppe der Aidshilfe Wien 530. Gegen die 60.500 Fans von Philippe wirkt das nahezu winzig. Ich denke für gesellschaftlich wichtige Anliegen besteht hier noch großes Potential. Es ist an der Zeit verstärkt im Social Web präsent zu sein, auch und vor allem weil es soziale Netzwerke besser ermöglichen die relevanten Zielgruppen zu erreichen, bei weit geringerem Budget als bei den ebenfalls eingesetzten landesweiten TV- und Printkampagnen.

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