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Google Wave...mit der Welle kam ein Traum!

... doch Träume gehen ja bekanntlich vorüber. Über ein Jahr ist es her, dass Google seine neueste Innovation im Mai letzten Jahres auf der I/O 2009 vorstellte. Ziel war es, das Internet mit einem neuen System zur Echtzeit-Kommunikation, genannt Wave zu revolutionieren. E-Mails, Instant Massaging und Microblogging Dienste sollten schon bald der Vergangenheit angehören und Online-Kollaboration eine neue Dimension erreichen.

Im Herbst 2009, als die ersten heiß begehrten Einladungen verschickt wurden, beherrschte ein Satz die Netz-Community: „Hast du eine Einladung für mich?“ Der Hype war groß, die Begeisterung noch größer, aber die Ernüchterung folgte bei vielen auf den Fuß. Bald drängte sich mir eine Frage immer mehr und mehr auf: „Und jetzt?“. Damit war ich anscheinend nicht alleine, denn in der Timeline von Twitter, Facebook und Co. war zu beobachten, dass zu vergebene Invites vor sich hin dümpelten und das anfängliche Interesse so schnell verschwand, wie es gekommen war.

Gogole Wave ©Google

Ein Grund dafür mag sein, dass Google sein neues Tool zwar vorgestellt, zeitgleich aber verabsäumt hatte, die User an selbiges heranzuführen. Davon abgesehen konnte sich schon damals kaum jemand vorstellen, dass die Wave die klassische E-Mail Kommunikation in dieser Form tatsächlich ablösen wird. Große Waves wie „Österreichische Waver“ oder „Die österreichische Welle“ wurden zudem schnell unübersichtlich und es stellte sich zunehmend die Sinnfrage hinter der Anwendung, die großteils auch unbeantwortet blieb.

Die Wave war vielen zu komplex, es fehlten Tutorials und Best-Practice Beispiele. Kurz: Google Wave hatte und hat zweifelsohne Potential, aber die User konnten nicht dort abgeholt werden, wo sie waren. Das spiegelte sich schlussendlich auch in den Nutzerzahlen wieder, wie Senior Vice President Operations Urs Hölzle jetzt bestätigt hat:

! "But despite these wins, and numerous loyal fans, Wave has not seen the user adoption we would have liked. We don’t plan to continue developing Wave as a standalone product, but we will maintain the site at least through the end of the year and extend the technology for use in other Google projects."

Persönlich werde ich die Wave nicht wirklich missen, ist sie mir in den letzten Monaten doch auch nicht mehr als ein bis zwei Mal, wenn auch gerade erst vor kurzem, in den Sinn gekommen.

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Im Ende von Google Wave sehe ich aber dennoch nicht das "große Scheitern". Es war ganz einfach ein Experiment, das schlussendlich nicht funktioniert hat− noch nicht! Nichtsdestotrotz ist der Mut zur Innovation vorbildlich und nachdem die Server ja erst mit Jahreswechsel offline gehen, bleibt ausreichend Gelegenheit, um die eine oder andere Wave zu eröffnen und sich zu verabschieden.

Wird nicht veröffentlicht
  • Als Wave Enthusiast finde ich den Niedergang natürlich schade. Wave war für mich der nächste logische Schritt in Sachen Kollaborationstools. Ich denke das Hauptproblem war einfach dass es für Privatanwender zu abstrakt war. Und für Unternehmen ist es kaum tragbar die ganze Kommunikation bei Google zu "hinterlegen". Aber ich denke Google Waves waren nur der erste Anlauf synchrone und asynchrone Kommunikation zusammenzuführen. Es wird noch einige interessante Entwicklungen in diese Richtung geben.