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Facebook startet automatische Gesichtserkennung

In den letzten Monaten führte Facebook eine Reihe von Neuerung ein. Gestern Abend folgte der nächste Streich. Das soziale Netzwerk gab über einen Blogbeitrag bekannt, dass — zuerst in den USA, dann weltweit — eine Funktion freigeschalten wird, die eine automatische Gesichtserkennung für Fotos ermöglicht. Das Markieren der Fotos wird in Folge automatisch übernommen und das manuelle Taggen entfällt. Aber auch hier gibt es weiterhin die bereits bekannten Einschränkungen. Nur Personen, die zu den eigenen Kontakten zählen, können markiert werden. Das war eigentlich seit jeher so. Man könnte also meinen, dass dies eine Erleichterung darstellt und lästiges, manuelles Taggen abnimmt. Was vor allem für jene User interessant ist, die ihre komplette Fotosammlung veröffentlichen möchten.

Technisch ist solch eine Funktion längst kein Problem mehr und relativ einfach umzusetzen. Dienste wie Googles Picasa, als auch Apples Online-Dienst Mobile Me arbeiten bereits seit geraumer Zeit mit einem ähnlichen Service. Datenschutzrechtlich scheiden sich aber wie immer die Geister. „Praktisch“, sagen die einen, „ein weiterer Schritt zum gläsernen Mensch“, sagen die anderen. Das eine automatische Gesichtserkennung die Datenschützer aufschreien lässt, liegt wohl auf der Hand.

Prinzipiell plädiere ich ja seit jeher für die Mündigkeit des Einzelnen. Wer seine Partypics vom letzten Wochenende online stellt, den Chef über seine Pinnwand bloßstellt oder sich nicht um seine eigenen Privatsphäre-Einstellungen kümmert, muss mit den Konsequenzen leben. Wer viel preisgibt, ist verwundbar. Und wer nicht kontrolliert, was er preisgibt, ist naiv. Der Umgang mit neuen Medien ist erlernbar. Wo und wie die Grenzen gesetzt werden, muss jeder individuell für sich entscheiden.

Das Taggen von Fotos macht seit jeher abhängig. Vom Feingefühl und der Medienkompetenz anderer. Fotos, die der persönlichen Eitelkeit im Weg stehen und bei denen man nicht mal im Traum daran denkt sie zu veröffentlichen sind für andere vielleicht harmlos. Was sich nun ändert: Aufgrund der automatischen Namensvorschläge, die zu den jeweiligen Gesichtern erscheinen, geht das Markieren einfach schneller. Wer also nicht möchte, dass er auf jedem Foto getaggt wird, muss die Privatsphäre-Einstellungen ändern oder öfters mal einen Blick auf sein Profil werfen.

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