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Drupal 7 - es wurde nicht zu viel versprochen

Drei Jahre wurde fieberhaft daran gearbeitet, jetzt ist es endlich soweit. Das Content Management Framework

Oberfläche

Schon Version 5 und 6 waren bekannt für technische Finesse, Stabilität und Erweiterbarkeit. Drupal 7 legt nun noch die einfache Benutzerführung als Zuckerguss oben drauf. Das D7UX Projekt hat die Entwicklung von Drupal 7 ständig begleitet und mit Adleraugen darüber gewacht, dass das Endprodukt in Sachen Nutzbarkeit für Endnutzer dem direkten Konkurrenten Wordpress um nichts nachsteht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
 Das Frontend präsentiert sich mit dem wieder sehr simplen, aber funktionellen Standard Theme “Bartik”, welches im Vergleich zu “Garland” in Drupal 6 deutlich an Features und Accessibility zugelegt hat.

Wer gern von der Basis beginnen möchte kann ein Sub-Theme zu “Stark” entwerfen, was mehr oder weniger Drupal nackt darstellt.
 Das Administrationsinterface wurde komplett überarbeitet, kommt in einem schicken Overlay daher und bricht damit nicht mehr mit dem eigentlichen Seitenlayout. Am oberen Rand der Seite findet der geneigte Webseitenbetreiber immer eine Leiste die ihm ständigen Zugriff auf die Funktionen der Administration gibt. Zusätzlich kann er sich eine eigene Liste an Shortcuts zu den am meisten genutzten Funktionen zusammenstellen. Zusammen mit den dank vertical Tabs deutlich übersichtlicheren Formularen für Inhalte kommt das System Redakteuren und Editoren nun einen riesigen Schritt entgegen.

Module

Ein großer Kritikpunkt war immer die relativ aufwändige Installation weiterer Module. Dieses Problem wurde gleich von zwei Seiten in Angriff genommen. Erstens können Themes und Module direkt aus der Administrationsoberfläche geladen und aktualisiert werden. Gleichzeitig wurden viele der häufig genutzten Module aus dem Contribution Space nahtlos in den Programmkern integriert. Dazu gehören namhafte Vertreter wie ImageAPI und ImageCache die nun gemeinsam für “Image Handling” verantwortlich sind, jQuery UI, Token und noch viele weitere. Der richtig große Wurf ist jedoch mit der Integration von CCK gelungen.

Anstatt einfach nur die Funktionalität zum Erweitern von Inhaltstypen zu übernehmen wurde sie unter dem Namen FieldAPI quer durch das ganze System gezogen und eröffnet damit völlig neue Welten der Flexibilität. Diese neuen Felder können nicht nur an Nodes sondern auch an alle anderen Entitäten wie User, Kommentare oder Taxonomien gehängt werden. Taxonomien wurden auf Basis dieser Entwicklung neu konstruiert und stellen nun einfach einen Feldtyp dar, der genauso flexibel verwendet werden kann. Wer die letzten beiden Sätze ganz erfasst hat stellt sich jetzt eine ganz bestimmte Frage. Und ja es stimmt. Man kann von nun an Tags taggen. Die Anwendungsfälle mögen nicht auf der Hand liegen, es ist aber ein nahezu mathematischer Beweis wie mächtig das System geworden ist.

Unter der Haube

Das alles mag schon ganz großartig klingen, ist dies jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die wahre Stärke von Drupal war immer die Developer Experience, denn nur so konnte es zu einem so breitgefächerten Katalog von qualitativ hochwertigen Modulen kommen. Und auch hier hat sich vieles, wenn nicht sogar am meisten getan. Während kleine Konsistenzanpassungen in der API ganz nett sind, schlägt das Entwicklerherz bei der Erwähnung von Renderable Arrays, AJAX Formularen und RDFa Integration schon höher. Regelrecht aufgeregt werde ich dann beim objektorientierten Datenbanklayer, Stream Wrapper basierter FileAPI, programmierbaren Entities und integriertem Testing Framework.

Das alles lässt nur erahnen welche großartigen Erweiterungen es in Zukunft auf das neue Git Repository schaffen werden. 
Wer beim letzten Absatz nur mehr Bahnhof verstanden hat, aber vom Gefühl beschlichen wird, dass dies nicht so sein sollte, dem kann ich wärmstens Drupal 7 Module Development empfehlen. Von Größen der Drupal Community verfasst, liefert die Lektüre Einsichten und Zusammenhänge, die weit über die Updates der API hinaus gehen.

Unterm Strich hat Drupal einen eindrucksvollen Start ins Jahr 2011 hingelegt, und ich wage zu behaupten dass es auch im Laufe dessen eine große Rolle spielen wird.

Don’t hack core, think of the kittens!

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