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Die DMX Austria 2011 - Ein Review

Die diesjährige DMX Austria in der Ovalhalle im Museumsquartier ist gelaufen und hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits war es eine großartige Gelegenheit, Bekannte und Freunde aus der Branche zu treffen. Andererseits wurden die Vorträge meiner Meinung ein wenig zu stark als Verkaufsveranstaltung "missbraucht". Wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigten.

Die Themenschwerpunkte kreisten um die Bereiche E-Mail Marketing, Mobile und Web Apps, sowie die Integration von Social Media im E-Mail Marketing. Auch Themen wie Suchmaschinenoptimierung und Augmented Reality wurden behandelt. Das Hauptgesprächsthema der Messebesucher war allerdings - schon aufgrund der Lage des Veranstaltungsorts, wie kann es anders sein - die „Affäre“ rund um die Museumsquartier Facebook Page.

Die Aussteller bei der Expo waren großteils aus dem Bereich E-Mail-Marketing. Bekannte Namen wie emarsys eMarketing Systems oder Trusted Shops waren dabei vertreten. Aber auch neu auf dem österreichischen Markt auftretende Unternehmen wie Plista, ein Anbieter für Video- und Text/Bild-Werbeformate, haben Ihre DMX-Premiere hingelegt. Plista wollte die Aufmerksamkeit auf ihre Services lenken und hat Gratis-Massagen angeboten. Nicht jeder war offensichtlich von der Idee angetan und es kam die Frage auf, ob öffentliches Massieren auf einer Business-Veranstaltung eigentlich angebracht sei.

Die Vorträge

Die Dauer der Vorträge war mit 20 Minuten gut gewählt. Kurz, knapp und prägnant. Rund 80 % der Aussteller haben auch einen Slot bekommen und Best-Practice-Beispiele aus Ihren Unternehmen vorgestellt. Besonders herausragend war Harald Koch von Webconomy internet commerce, der mit seinen amüsanten Bemerkungen das Publikum des öfteren zum Lachen brachte. Dabei ging es um Suchmaschinenoptimierung im Allgemeinen und um die Regeln von Google im Speziellen. Zur Frage, wie er den zum Thema "Link-Kauf" stehe, kam die simple Aussage "Google verbietet es, aber jede seriöse SEO-Firma macht es trotzdem!". Eine Anmerkung, die Diskussionspotenzial über lässt.

Ein wenig enttäuschend war die Keynote von Roman Anlanger, Studiengangleiter "Technisches Vertriebsmanagement" an der FH des bfi Wien, der das Publikum mit überlangen und Videos aus dem ohnehin nicht voll besetzten Vortragssaal vertrieben hat. Als dann noch das allseits bekannte und zum Teil sehr blutige Greenpeace-Video gegen die Palmöl-Verwendung von Nestle gezeigt wurde, erreichte der Zuhörerschwund seinen Höhepunkt. Das war wohl für einige zuviel. Wobei das Beispiel der Greenpeace Kampagne sehr gut gewählt war, weil es zeigt, wie sehr Social Media die Produktpolitik von Unternehmen beeinflussen kann.

Beim Panel zum Thema Social Media Monitoring waren die Social Media Verantwortlichen von T-Mobile Austria, Wirtschaftsblatt und MAM Babyartikel auf der Bühne versammelt und berichteten über Ihre Erfahrungen mit dem Thema Monitoring. Jede Firma hat dabei eine unterschiedliche Zugangsweise, von der simplen Beobachtung der Timelines über die Verwendung von kostenlosen oder kommerziellen Tools bis hin zu eigens eingerichteten Wikis und selbst programmierter Software. Einen allgemeinen Trend, wie Unternehmen Social Media Monitoring betreiben konnte man aber auch nicht unter Einschluss der Zuhörer-Meldungen feststellen.

Die Veranstalter

Was man so dürchgehört hat und an der Organisation kritisiert wurde, war der doppelte Versand der Eintrittskarten im Vorfeld der Messe, aber so etwas kann natürlich passieren. Des weiteren funktionierte der Link zur Druckfunktion des Programms nicht und das sollte auf der Website einer Online-Marketing-Veranstaltung eigentlich nicht vorkommen.

Ein wenig irritiert waren viele Besucher auch von der Tatsache, dass die Präsentationen nicht online auf der Website zum Download verfügbar waren, sondern nur per Mail direkt vom Veranstalter angefordert werden konnten. Außer man hinterließ die Visitenkarte am Messestand des Vortragenden. Bei einer Veranstaltung, die Eintritt verlangt, sollte ein solches Service inkludiert sein. Immerhin kommen so wenigstens die Aussteller an neue Mail-Adressen. Für leichte Unsicherheit sorgte bei einigen Messebesuchern auch die Tatsache, dass manche Snacks an der Bar zu bezahlen waren und während der offiziellen Pausen von den Sponsoren kostenlos bereit gestellt wurden. Und auch die Twitter-Wall konnte man trotz Beteuerung Ihrer Existenz seitens der Veranstalter nicht finden. Anscheinend war sie gut im Foyer versteckt. Man merkt, dass Ostern nahe ist (#guteverstecke)!

Mein Fazit

Alles in allem kann man die DMX 2011 mit der Aussage "Nicht viel neues, aber schön war es trotzdem!" zusammen fassen. Ich werde deshalb sicher auch wieder nächstes Jahr dabei sein, aber von den Vorträgen würde ich mir ein bisschen mehr Substanz und weniger Sales wünschen.

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  • Kann dem nur vollinhaltlich zustimmen. Von Smile Communication kenne ich ausschließlich Veranstaltungen, die kommerziell sicherlich erfolgreich, für Besucher und daher IMHO auch für die Aussteller allerdings inhaltsleer sind. Hingehen, weil sich die Branche dort trifft ist damit der einzige, gleichzeitig aber ein sehr guter, Grund.

  • Bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen, weil ich recherchiert habe, ob Harald Koch von Webconomy wieder mal irgendwo spricht. Ich habe seinen Vortrag in sehr guter Erinnerung.