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Barcamp Vienna - Von Weltpremieren bis Sudereien

Am Wochenende hat sich wieder die Community getroffen. Diesmal bei Hewlett Packard, um das herbstliche Barcamp und zugleich Mobilecamp zu zelebrieren. Erfreulicherweise haben sich wieder einige neue Gesichter eingefunden, um sich über Trends, Entwicklungen und Innovationen auszutauschen. Nach einem netten und sehr reichhaltigen Frühstück, gab es die übliche kurze Vorstellungsrunde und die Einteilung der Sessions.

Wie schon beim Barcamp im Frühjahr gab es auch dieses Mal wieder die Möglichkeit an einer Session mit Martin Habacher teilzunehmen. Konkret hieß das: eine Runde im Barchair drehen. Diesmal gibt es davon allerdings weder Videos noch Interviews, sondern alle BarChair-Driver wurden im Anschluss dazu eingeladen, einen Blogbeitrag zum Thema „Four Wheels by...“ zu schreiben. Nachzulesen sind diese dann vom 6. bis 12. Dezember auf Mabachers Blog.

Die Sessions

Es ist ein ewiges Dilemma, dass man nicht überall zeitgleich sein kann, aber ich möchte dennoch einen Überblick über einige der Sessions geben, an denen ich teilgenommen habe. In How to finance your startup dream erklärte Hannes Schwetz am Beispiel von Christopher Kolumbus anschaulich, welche Finanzierungsmöglichkeiten Start-Ups zur Verfügung stehen und welche Anlaufstellen es für diese gibt.

Weiter ging es für mich mit der Session von Michael Moser zum Thema Das wwweb als Geschenksökonomie. Thematisiert wurde unter anderem die Messung des Return on Investment von Geschenken im Social Web (Feedback, RT, Kommentar, Follower etc.). Die Frage, ob Geben seliger denn Nehmen ist und welche Erwartungshaltungen man durch die Teilnahme am Online-Dialog hat, muss jeder für sich beantworten. Persönlich kann ich nur sagen: Ich freue mich über Feedback und würde zu reflektieren beginnen, wenn ich mich aktiv an der Diskussion beteilige und kein Feedback, keine Friends / Follower und keinen Dialog daraus generieren könnte.

Wer von einem Kunden schon mal gehört hat: „Wir brauchen nur eine kleine App, die muss nicht viel können“ hat sich in der Session Kleine App = Kleine Arbeit mit Sicherheit wiedergefunden. Ein Zitat, dass ich gehört habe und sicher gut geeignet ist, um Kunden näher zu bringen, dass eine "kleine App" nicht automatisch mit geringen Kosten gleichzusetzen ist, war: "Wie viel kostet ein Haus? Wie lange ist eine Schnur?" Ausschlaggebend ist abgesehen von einem guten Briefing ja in erster Linie die Konzeption. Je komplexer, umso höher die Kosten. Und das gilt auch für eine noch so "kleine" Anwendung.

Spannend zu beobachten war auch, dass in Gerald Bäcks Foursquare-Session „Geocheating Galore“ umgehend einige ihre Karriere als Geocheater gestartet haben. Wir wissen ja spätestens jetzt, dass es mehrere Formen des Check-ins / cheatens gibt. Von drive-by Check-ins, badge bitching, location spamming, tipp spamming bis hin zu mayor-stealing. Wer alle Kriterien erfüllt, sprich, wer zuerst am K2 steht, kurz darauf am Time Square in New York eincheckt und dabei noch alle Regeln beachtet, darf sich gratulieren und als wahrer Geocheater bezeichnen. Die Grundregel lautet: „Nie schneller als das Licht reisen“, denn das bemerkt auch Foursquare und streicht sowohl die zu vergebenen Punkte, als auch Badges. Ebenso geschieht dies bei Rapid fire Check-ins (mehrere Check-Ins in kürzester Zeit). Wer sich die Badges einmal geholt hat, sollte auch auf seine History nicht vergessen. Wer seine erschummelten Check-ins aus seiner History löscht, verliert auch die dafür erhaltenen Badges.

Die nächste Session fand ich besonders interessant. Was ein Suderer ist, wissen wir. Das dem eine ganze Session gewidmet wird, war neu. Die Diskussion, initiiert von Luca Hammer warf Fragen auf, die auch heiß diskutiert wurden: Gönnen Österreicher sich keinen Erfolg untereinander? Neigt der Österreicher im Ländervergleich tendenziell zum Sudern? Bashen wir zuerst und hören dann erst zu? Oder bashen wir nur und hören gar nicht zu? Der gemeinsame Konsens lautet: Wenn ich meine Meinung öffentlich vertreten kann, kann ich sie auch online publizieren. Solange sie konstruktiv ist und die Menschen nicht persönlich angreift. Folgender Tweet von @lena_d spricht mir dabei aus der Seele.

Die Weltpremieren

Der dramaturgische Spannungsbogen an diesem Barcamp war besonders hoch. Gerald Bäck und Max Kossatz haben schon vorab eine Weltpremiere angekündigt und die Teilnehmer neugierig gemacht.

Wer kennt das nicht? Wir haben etwas in der Timeline unserer Kontakte oder bei einer Recherche gesehen, wissen aber nicht wann und wo genau. Wer sich nicht ewig durch den Verlauf kämpfen möchte, muss sich auf das eigene Gedächtnis verlassen. Jetzt kann dem endlich Abhilfe geschaffen werden. Und zwar mit EgoArchive. Das Service macht automatisch Screenshots sämtlicher Webaktivitäten und ermöglicht dadurch das Durchsuchen der persönlichen History nach Keywords. So können vage Erinnerungen durch reichlich Bildmaterial ergänzt werden. EgoArchive wird im Abo erhältlich sein. Wer den Service testen möchte, kann sich bereits jetzt als Testuser anmelden.

Eine weitere nette Idee, die ebenfalls erstmalig vorgestellt wurde war Alleinr. Robert Lender, Jan Tißler und Robert Harm präsentierten ihre Anleitung zum Abschalten. Im Web 2.0 Ruheraum. Auf Alleinr passiert nichts, rein gar nichts und das ist gut so. Dafür ist es ja schließlich auch gedacht.

Meine letzte Session an diesem Wochenende endete ebenfalls mit einer kleinen Premiere. In "Social zu Real", bei der wir Impressionen der ersten Twistanbulreise mitnehmen konnten, eine Einführung zum Photowalk erhielten und dem Erfahrungsbericht österreichischer Blogger beim Besuch im Europäischen Parlament lauschten, gab es zu guter letzt noch eine Einführung in die Kunst der Zubereitung türkischen Kaffees. Vielen Dank an Meral an dieser Stelle.

Abschließen bleibt mir nur zu sagen: Vielen Dank an alle Teilnehmer, Sponsoren und die Organisatoren @sugarmelon, @eholzbauer, @rattomago, @emichelcic und @mamk.
Last but not least ein paar Impressionen.

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  • interessanter beitrag, nur leider ist die lesbarkeit von hellgrau auf schwarz sehr schmerzhaft ... ;)