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Alles neu im Interface Design

So lange ist sie noch gar nicht her. Die Zeit, in der die Überlegung welche Font für das Screendesign herangenommen wird keine zehn Minuten gedauert hat. Auf den meisten Websites wurde dies zwischen Verdana und Arial ausgeschnapst. Erstere ist zwar gut lesbar, aber in Headlines unschön und letztere schaffte es aufgrund der inflationären Verwendung auch nicht mehr, Begeisterungsstürme loszutreten. In seltenen Fällen und bei besonders großem Wagemut kam auch noch die Georgie zum Einsatz. So mancher Webdesigner litt dabei schnell unter Unlust aufgrund mangelnder Gestaltungsmöglichkeiten.

Wir Designer haben innerhalb der letzten fünf Jahre das Web als Medium begriffen und mühsam eine Formensprache geboren, die dafür angebracht ist und bei der vor allem die Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund steht. Wie immer gilt: Wer die Regeln kennt, darf sie auch brechen:

  • Wir gestalten schmal und hoch anstatt breit und kurz und scrollen somit vertikal.
  • Die Navigation wird kurz und einfach gehalten und befindet sich im oberen Bereich der Website. Breadcrumbs gehören der Vergangenheit an.
  • Die User werden dazu angehalten mit der Website zu interagieren und eigenen Content zu teilen. Social Media Elemente sind nicht mehr wegzudenken.
  • Das Internet wird nicht nur zum Verkauf verwendet, sondern endlich auch als Publikationsmedium an sich genutzt.

Diese Entwicklung verdanken wir vor allem dem Aufkommen von Smartphones und Tablets, die ein Umdenken hin zu einfachen mobilen Lösungen notwendig gemacht haben. 2008 hat der mobile Zugriff auf das Web erstmals die Desktop Zugriffe überschritten. Responsive Design muss beim Gestalten also eine Grundvoraussetzung werden und kein Extra bleiben.

Die Haptik

Seit wir nun seit 2008 die Möglichkeit haben auch mit fast jeder Schrift für das Web zu gestalten, scheint die Gestaltungslust von Printgrafik auf den Bildschirm übergesprungen zu sein. Die Bildschirme werden größer und besser, das Internet schneller. Somit können wir feiner gestalten, ohne dass Details vom Bildschirm „verschluckt“ werden. Unser Content wird vermehrt mit Geräten angesehen, die wir in den Händen halten.


Bewusst oder unbewusst, der Trend geht immer noch dazu, taktile Elemente mit ins Spiel zu bringen:

  • Texturen: Das geschieht durch den Einsatz feiner Texturen, die sich zurücknehmen. Sie sind einfach selbst herzustellen, werden aber auch in guter Qualität gratis angeboten, wie zum Beispiel auf subtlepatterns.com.

  • Prägeeffekte: Ein Gefühl der Haptik wird auch durch Prägeeffekte bei Schrift und Designelementen, die an Letterpress Drucke erinnern erzielt. Diese sind mit CSS3 auch bei Texten, die man markieren und kopieren kann ohne großen Aufwand möglich.

  • Typographie: Auch der Schriftmix liegt stark im Trend und wird virtuos eingesetzt. Wahrscheinlich nicht zuletzt aufgrund der typographische Zwangs-Abstinenz der letzten Jahre. Das gratis Angebot von Google Web Fonts haben wir schnell kennen und lieben gelernt. Ausgezeichnete Leseschriften sind aber auch dort nicht breit gesät. Durch die genaue Filterfunktion wird das Designer-Leben jedoch deutlich erleichtert. Sonsie, League Gothic und Museo machen als Headlines Spaß, sind aber als Fließtextschrift ungeeignet. Open Sans hingegen schlägt sich da schon besser.

©Kitchensinkstudios

  • 3D-Effekte: Mit Schleifen, zarten Schatten, Bannern sowie Elementen, die den Content überlagern wird eine gewisse Dreidimensionalität erzeugt. Gerade in aller Munde und gern gesehen ist hier auch Parallax Scrolling.

  • Illustration: Illustration, die nach feiner Handarbeit aussieht beginnt ebenfalls wieder vermehrt aufzutauchen und konkurriert mit altbekannten großen Vektor-Maskottchen á la MailChimp. Besonders Websites, die mit Wasserfarbeneffekten arbeiten bringen seit kurzem frischen Wind ins Web. Ein schönes Beispiel hierzu ist Racket.net.

Wasserfarbeneffekt ©racket.net

Den vollständigen Gastbeitrag findet ihr auf unternehmerweb.at im Rahmen der Kooperation zum Thememonat "Online Marketing: Schwerpunkt Webdesign". Weiterlesen...

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